Es gibt ein Leben nach dem Familienbett

Die meisten werden es bereits wissen, seit unser Großer ungefähr drei Jahre alt war, haben wir ihn jede Nacht in unserem Bett schlafen lassen. Warum? Weil es praktisch war. Kein Nachtschreck, keine Tränen im Kinderzimmer. Weil es gemütlich war. Der kleine Kerl zwischen uns, morgens gemeinsam aufwachen, strahlende Kinderaugen beim gemeinsamen Start in den Tag. Weil es das Gemeinschaftsgefühl stärkt.

Viele fragen sich beim Thema Familienbett immer, wo bleibt man als Paar? Wie hat man noch Zeit für sich, Zeit für Sex? Und viel wichtiger, wie lang lasse ich das Familienbett zu? Jede dieser Fragen war nie ein Problem für uns. Als Paar haben wir genug Möglichkeiten gefunden, „Wir“ zu bleiben. 

Wir haben das nie groß hinterfragt, auch nie einen Plan gehabt, wie lang wir das Familienbett zulassen. Es würde sich schon von allein regeln. Als der Jüngste auf die Welt kam und wir unser Familienbett um einen Platz erweiterten, stellten wir fest, dass der dieses gar nicht will und braucht. Er schlief von jeher lieber in seinem Zimmer und in seinem eigenen Bett. So bleib einzig der Große bei uns im Bett und der Jüngste holte sich die elterliche Nähe nur im Krankheitsfall oder wenn er einen Alptraum hatte.

Für den Großen stand auch nie zur Debatte, sich ein Beispiel an unserem Jüngsten zu nehmen und in sein Zimmer umzuziehen. Er schlief ruhiger und entspannter in unserem Bett. 

Natürlich gibt es auch Probleme durch das Familienbett. Unser Großer tat sich sehr schwer mit dem Gedanken, woanders oder gar allein schlafen zu müssen. Auch gab es keine Übernachtungsgäste bei uns oder die Frage, ob er mal bei X oder Y übernachten konnte. Selbst das Übernachten bei Oma und Opa war schwer für ihn und eher eine Belastung, als eines der normalsten Dinge der Welt.

Unseren Vorschlag, doch mal den Versuch zu starten in seinem Bett die Nacht zu verbringen, endete in Tränen, fasst hyperventilierend und völlig aufgelöst in unserem Bett. Auch materielle Anreize schlugen nicht an.

Mit einem komischen Gefühl im Bauch, sahen wir dem bald anstehenden Abenteuer „Klassenfahrt“ entgegen. Wie schafft man es, diesen überzeugten Familenbettschläfer, für so einAbenteuer zu rüsten und zu stärken, wenn es selbst bei Vertrauten wie Oma und Opa nicht so recht klappen will?

Ganz einfach! Es regelt sich wirklich von allein.  Ohne Druck und Stress.

Von einem Tag auf den anderen haben wir unser Schlafzimmer und Bett wieder für uns und der Große schläft entspannt und ruhig in seinem Zimmer.

Nicht ganz durch Zauberei, aber selbst durch unseren Großen entschieden. 

Von jetzt auf gleich haben wir einen völlig veränderten Tagesabschluss und einen sehr stolzen großen Sohn.  Letzte Nacht hat es ihn noch einmal im Halbschlaf in unser Schlafzimmer verirrt, aber er ließ sich durch mich ohne Widerstand in sein Zimmer und sein Bett bringen, wo er bis heute morgen halb neun durchschlief. 

Wer also glaubt, er bekommt sein Kind nie mehr aus dem Familienbett, den können wir beruhigen. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhytmus und findet auch von jetzt auf gleich seinen Weg ins eigene Bett. Ohne Druck und ohne Stress für beide Seiten.

Wir haben es nie bereut und schließen hiermit das Thema Familienbett für uns. 

Schade, es war auch eine schöne Zeit.

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