Guten Appetit

Ich bin ja in der glücklichen Lage, mit dem Rad ins Büro fahren zu können. Gut, ich bin auch ein fauler Sack und genieße den Luxus mit dem Wagen fahren zu können, doch davon will ich jetzt nicht schreiben 😉

Ich fahre also heute Morgen mit dem Sonnenaufgang von zu Hause aus los. Nebenbei beschallt mich Herr Grönemeyer mit „Alkohol“ (erwähnte ich schon, dass ich den in den 80ern Live gesehen habe?), die Vögel zwitschern und hüpfen von Ast zu Ast, wahlweise auch über den Radweg. Hundebesitzer führen ihre vierbeinigen Freunde Gassi, aber im Großen und Ganzen habe ich den Radweg für mich allein.
Mein Weg führt mich vorbei an kleinen Wäldern, einem großen, aber noch leeren Spielplatz, an Pferdekoppeln, Büschen und unserer Nebenaue. Ich fahre weiter über eine kleine Brücke, vorbei an fast verblühten Rapsfeldern, als es passiert.

Von einem Moment zum nächsten verwandelt sich meine gemütliche „Radtour“ ins Büro, in eine Sequenz aus „The Matrix„. Wie in Zeitlupe geht mein Blick nach vorn, mein Mund öffnet sich, um einen weiteren Atemzug zu machen, im gleichen Moment sehe ich IHN, nennen wir ihn mal Mr. Willi.
Mr. Willi kommt so seines Weges daher, wie an einer Schnur gezogen zieht er seine Bahnen. Ich weiß nicht genau, wann er mich wahrgenommen hat, aber ich bin mir sicher, dass er mich gesehen hat. Für den winzigen Bruchteil einer Sekunde sehen wir uns an, mein Blick ist ein wenig von oben herab…
Mein Gedanke ist noch…. Mach deinen Mund wieder zu…. Zu spät…
Mit diesem Gedanken fliegt Mr. Willi in meinen Mund, prallt gegen mein Zäpfchen und von dort direkt in meinen Rachen. Der davon ausgelöste Hustenreflex befördert ihn noch einmal kurz nach oben, bis irgendein blöder Reflex meines Körpers mehr Speichel produzieren lässt und mich zum runterschlucken zwingt.
Mr. Willi ist auf dem Weg in meinen Magen, ein gefühltes zwei Cent Stück bewegt sich langsam meine Speiseröhre runter….. Mahlzeit!

Plop! Die Zeit läuft wieder wie gewohnt weiter. Ich lasse die Rapsfelder hinter mir, radle durch die Unterführung und weiter gen Büro. Was bleibt, ist dieses ekelige Gefühl im Mund und Magen, sowie der Drang schnellstens etwas zu trinken…

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3 Gedanken zu “Guten Appetit

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